Der Süßstoff Stevia

Stevia, ein Süßstoff mit intensiver Süßkraft, wird aus der subtropischen Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen. Der natürliche Extrakt ist nun von der EU-Kommission europaweit als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen worden. Stevia ist kalorienfrei, zudem eignet es sich für Diabetiker.

Konzentrierte Steviolglycoside erzeugen die Süßkraft des Extraktes. Steviosid, der Hauptbestandteil des Stoffes, wird aus den Blättern der Stevia Pflanze gewonnen. Die Blätter selbst sind bereits dreißigmal süßer als handelsüblicher Zucker. Der isolierte Süßstoff übersteigt die Süße des Kristallzuckers um das 300-fache. Stevia übt keinerlei Einfluss auf den Blutzuckerspiegel aus. Insbesondere Diabetes-Patienten werden von diesem Aspekt profitieren.

Darüber hinaus besitzt die natürliche Substanz eine Plaque hemmende Wirkung und verursacht insofern keinen Karies. Des Weiteren ist der Zuckerersatz temperaturstabil und infolgedessen auch zum Backen und Kochen geeignet. Allerdings soll das Süßungsmitteleinen bitteren Nachgeschmack erzeugen.

Stevia ist in verschiedenen Formen erhältlich

Stevia ist in verschiedenen Formen erhältlich

Der Extrakt ist als Pulver, Tablette, Kapsel und in flüssiger Form erhältlich.

In unserer Region ist Stevia eher als Honig- oder Süßkraut bekannt. Die Pflanze wurde 1887 entdeckt. Ihr Ursprung liegt in Südamerika. Bereits seit mehreren Hundert Jahren verwenden die Einwohner Brasiliens und Paraguays Stevia-Blätter als Süßmittel und Heilpflanze gegen Magenbeschwerden. Seit 1931 untersuchen verschiedene Institute die Unbedenklichkeit des Süßstoffes. In asiatischen Ländern, aber auch Neuseeland und Israel ist Stevia bereits seit geraumer Zeit erhältlich. Auch in den USA wird der Zuckerersatz für verschiedene Lebensmittel und Getränke verwendet. Stufenweise wurde in weiteren Ländern Stevia als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Aufgrund etwaig bestehender Gesundheitsrisiken durch schädliche Nebenwirkungen äußerte die Europäische Union bislang Bedenken. Reformhäuser und Bio-Geschäfte, die Stevia-Produkte anboten, mussten den Handel einstellen. Denn seit 1997 wurde Stevia als neuartiges Lebensmittel (Novel-Food) eingestuft. Der Verkauf als Nahrungsmittel war nicht mehr möglich. Daraufhin deklarierten einige Anbieter Stevia-Erzeugnisse als Kosmetikartikel.

Im vergangenen Jahr hat jedoch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit den Süßstoff für gesundheitlich unbedenklich erklärt. Seit April 2011 dürfen, laut Europäischem Gerichtshof, Stevia-Blätter in Teemischungen Verwendung finden. Inzwischen hat die EU-Kommission Stevia europaweit zur Süßstoffverwendung zugelassen und es ist nun nahezu überall zu kaufen. Allerdings wurde die tägliche Verzehrmenge auf vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht beschränkt.

Zukünftig wird der Handel diverse Lebens- und Genussmittel sowie Getränke mit Stevia als Zuckerersatz anbieten. Die Lebensmittelindustrie plant eine anteilige Verwendungneben anderen Süßstoffen wie etwa Xylitol oder Sucralose, beispielsweise in Marmelade, Schokolade, Joghurt, Kaugummi und kalorienreduzierten Getränken.

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