Wie unterscheidet sich Stevia von anderem Zuckerersatz?

Die Wunderpflanze Stevia ( Bildquelle: A K Choudhury– Bigstock®)

Nach und nach erobert es die deutschen Küchenschränke: Stevia. Kann Stevia wirklich die gesunde Alternative zu Zucker sein? Es sieht ganz danach aus. Im Gegensatz zu den gängigen Süßstoffen, die synthetisch hergestellt werden, handelt es sich bei Stevia um einen Extrakt aus einer Pflanze. Stevia enthält null Kalorien, ist für Diabetiker geeignet und verursacht keinen Karies.

Die natürliche Süße aus dem Honigkraut

Bei den meisten Süßstoffen handelt es sich um reine Industrieprodukte, die chemisch synthetisiert werden. Stevia dagegen ist ein pflanzliches Extrakt aus den Blättern des Honigkrauts (oder „Süßkrauts“) mit der Bezeichnung Stevia rebaudiana.

Bei dem Extrakt handelt es sich um ein Stoffgemisch mit natürlicher Süße, wie es in den Blättern dieser Pflanze von Natur aus vorkommt. Die indigene Bevölkerung in Paraguay und Brasilien verwendet das Honigkraut seit Jahrhunderten zum Süßen von Speisen und Getränken. Auch als Heilpflanze soll Stevia rebaudiana eingesetzt werden.

Wer sich für Stevia entscheidet, entscheidet sich für einen natürlichen Süßstoff, der auf Chemie verzichtet. Stevia-Produkte finden Sie mittlerweile in vielen Supermärkten. Dennoch: Stevia online kaufen ist nach wie vor die einfachste und schnellste Möglichkeit. Denn im Internet haben Sie zumeist eine größere Produktauswahl und bessere Vergleichsmöglichkeiten.

Vorteil von Stevia

Stevia enthält keinen Zucker. Alle gesundheitlichen Nachteile, die wir mit Zuckerkonsum verbinden, fallen automatisch weg:

  • Zucker gefährdet die Zähne, Stevia nicht.
  • Zu viel Zucker und wir nehmen zu, aber Stevia hat überhaupt keine Kalorien.
  • Diabetiker müssen ihren Zuckerkonsum genau kontrollieren, Stevia dagegen wirkt sich nicht auf den Blutzuckerspiegel aus.

Darüber hinaus senkt Stevia den Blutdruck, da es eine leicht gefäßerweiternde Wirkung hat.

Stevia gesünder als Süßstoff?

Bei so vielen gesundheitlichen Vorteilen ist es erstaunlich, dass Stevia lange Zeit nicht in Lebensmitteln zugelassen war. Der Grund war eine US-amerikanische Studie in den Achtziger Jahren, die den Abbauprodukten von Stevia toxische Wirkungen zuschrieb.

Spätere Studien haben diesen Ergebnissen teilweise widersprochen. Dem eigentlichen Süßstoff in Stevia, dem Steviosid, konnten keine gesundheitsschädlichen Wirkungen nachgewiesen werden. Auch die Blätter des Honigkrautes gelten nach wie vor als ungiftig.

Konkurrierende Süßstoffhersteller hatten gezeigt, dass extrem hohe Dosen von Stevia die Fruchtbarkeit von Ratten einschränken und andere schädliche Wirkungen entfalten. Allerdings müsste, übertragen auf den Menschen, ein Erwachsener mehr als die Hälfte seines Körpergewichtes in Stevia-Blättern essen, um annähernd dieselbe Konzentration von Stevia zu erreichen – jeden Tag.

Dabei darf man nicht vergessen, dass chemisch hergestellte Süßstoffe immer wieder in Verdacht geraten, krebserregend zu sein. Cyclamat beispielsweise ist in den USA verboten, da es möglicherweise die Entstehung von Blasenkrebs fördert. In Europa wird es für einige Diät-Lebensmittel noch immer verwendet.

Ein erhöhtes Krebsrisiko durch Saccharin wird ebenfalls seit Jahrzehnten diskutiert, auch hier geht es insbesondere um das Risiko von Blasenkrebs. Eine ganze Reihe von Nebenwirkungen wird dem Aspartam unterstellt, von Kopfschmerzen bis hin zu Depressionen und Hirntumoren.

Vielleicht ist die verzögerte Zulassung von Stevia das Symptom eines von Süßstoffherstellern hart umkämpften Marktes? 2011 wurde Stevia schließlich in der EU als unbedenklich eingestuft und darf in Lebensmitteln verwendet werden.

Besser für die Zähne

Im Gegensatz zu Zucker verursacht Stevia keinen Karies, es ist nicht „kariogen“. Karies entsteht durch Bakterien, die sich an unseren Zähnen anheften und von Zucker ernähren. Während sie den Zucker verstoffwechseln, bilden sie Säuren, die die Zahnsubstanz angreifen und zerstören.

Mit der natürlichen Süße von Stevia können diese Bakterien buchstäblich nichts anfangen: Stevia bietet den Bakterien keinen Nährboden. Dadurch wird das Wachstum der Bakterien verhindert, Stevia beugt der Bildung der schädlichen Zahnbeläge vor und Karies kann sich nicht entwickeln. Süßigkeiten werden durch Stevia also tatsächlich „gesünder“.

Gerade Kindern kann man das Naschen ja nicht vollständig verbieten. Wurden die Süßigkeiten mit Stevia anstelle von Zucker zubereitet, so sind wenigstens die Zähne sicher.
Neben der Zahngesundheit wird Übergewicht bei Kindern ein immer wichtigeres Thema. Da Stevia zwar natürliche Süße, aber keine Kalorien liefert, lassen sich mit Stevia „gesunde Naschereien“ herstellen, die für Kinder unbedenklich sind.

Abnehmen mit Stevia

Stevia schmeckt hundertfach süßer als Zucker, aber der menschliche Körper kann Stevia nicht aufnehmen. Deshalb hat die natürliche Süße keine Kalorien und ist gut für eine figurbewusste Ernährung geeignet.

Auf den Blutzuckerspiegel wirkt sich Stevia nicht aus. Das hilft ebenfalls beim Abnehmen: „Schnelle Zucker“, wie sie in Schokolade und anderen Süßigkeiten enthalten sind, verursachen einen steilen Anstieg des Blutzuckerspiegels, die sogenannten Blutzuckerspitzen. Der Körper reagiert darauf mit einer starken Ausschüttung von Insulin, um den Blutzucker so schnell wie möglich abzubauen.

Fällt der Blutzuckerspiegel zu schnell ab, führt das wiederum zu Heißhunger. Viele Leute befriedigen diesen Heißhunger dann wieder mit zuckriger Nahrung – denn ausgerechnet auf Süßes bekommt man den größten Appetit. Der Körper „weiß“, dass nur Zucker den Blutzuckerspiegel wieder so schnell anheben kann. Die Folge ist eine erneute Blutzuckerspitze, ein erneutes Blutzuckertief, eine erneute Heißhungerattacke.

Ein allzu gut bekannter Teufelskreis, der zu Übergewicht führt und die Entstehung von Diabetes begünstigt.
Dank Stevia lässt sich der gesundheitsschädliche Teufelskreis durchbrechen. Denn Stevia verändert den Blutzuckerspiegel überhaupt nicht und ist insulin-neutral. Deswegen können auch Diabetiker ihr Essen bedenkenlos mit Stevia süßen.

Stevia als Zuckerersatzstoff

Stevia ist ein pflanzliches Stoffgemisch aus mehreren Steviolglykosiden. Die Hauptbestandteile von Stevia sind die Süßstoffe Steviosid und Rebaudiosid A.

Rebaudiosid A ist das süßeste und am wenigsten bittere Glykosid, das bisher in Pflanzen entdeckt wurde. Der Geschmack von Stevia-Produkten ist umso besser, je höher der Anteil an Rebaudiosid A ist. Dadurch wird der bittere Nachgeschmack vermieden, der viele Süßstoffe begleitet.

Möglichkeiten von Stevia

Im Gegensatz zu einigen alternativen Süßstoffen ist Steviosid hitzebeständig. Bis 200 °C büßt es seine natürliche Süße nicht ein. Damit ist Stevia einer der wenigen Süßstoffe, die problemlos zum Backen verwendet werden dürfen. Kalorienreduzierte Kuchen und Kekse mit Stevia kann man leicht selbst backen, wenn man die richtigen Rezepte kennt. Denn die Süßkraft der Stevia-Blätter ist wesentlich höher als die des normalen Rübenzuckers.

Das bedeutet, dass bei der Zubereitung der Speisen nur sehr wenig Stevia benötigt wird. Die Rezepte müssen deshalb angepasst werden, wenn Stevia anstatt von Zucker verwendet werden soll.

Die Besonderheiten von Stevia-Rezepten

Wenn Sie Stevia online kaufen, sind entsprechende Rezeptvorschläge nur einen Klick entfernt. Inzwischen gibt es ganze Koch- und Backbücher, die sich mit Stevia beschäftigen. Es spielt auch immer eine Rolle, in welcher Form Sie Stevia benutzen möchte: Als Tablette, Pulver oder Flüssigsüßstoff?

Nicht jedes Produkt ist für jedes Rezept geeignet. Für manche Rezepte sind Mischprodukte aus Zucker und Stevia empfehlenswert, die sogenannten Steviasucroseprodukte. Wenn Sie Mischungen aus Zucker und Stevia verwenden, verzichten Sie zwar nicht vollständig auf herkömmlichen Zucker, aber Sie schränken den Zuckerkonsum mit seinen unangenehmen Folgen zumindest ein.

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