Stevia selbst anbauen

Die Stevia rebaudiana auch unter dem Namen Süßkraut, Süßblatt oder Honigkraut bekannt ist eine bis zu einem Meter hohe, weiß blühende, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler, deren Blätter natürliche Süßstoffe (Stevioside) enthalten, die die Süßkraft des Rüben- und Rohrzuckers um ein Vielfaches übersteigen, ohne zusätzliche Kalorien zu liefern. Die aus dem südamerikanischen Hochland stammende Stevia wird in Südamerika schon seit Jahrhunderten als natürlicher Süßstoff zum Süßen von Speisen und Getränken genutzt. Seit November 2011 ist die Stevia als Zuckerersatz und Lebensmittelzusatzstoff auch in Deutschland zugelassen und man kann Steviaprodukte sowie Steviapflanzen und -samen im Handel kaufen.

Standortansprüche der Steviapflanze

Unter Berücksichtigung der Herkunft der Pflanze und der damit verbundenen Standortansprüche kann man die Stevia im eigenen Garten kultivieren. Die mehrjährige, jedoch nicht winterharte Stevia liebt einen sonnigen, warmen Standort und einen gut luft- und wasserdurchlässigen nicht zu nährstoffreichen Gartenboden oder Blumerde. Regelmäßiges moderates Gießen verhindert das Austrocknen des Wurzelstockes. Zuviel Gießwasser und Staunässe können besonders bei Topfkulturen zu Wurzelfäule und zum Absterben der Pflanzen führen, deshalb sollte im Untersetzer stehendes Wasser sofort weggegossen werden. Im Sommer kann die Steviapflanze im Freiland oder einem Gewächshaus aus Glas gut kultiviert werden. Da die Stevia bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius und bei Frost schaden nimmt, ist der Anbau in einem Glasgewächshaus empfehlenswert, weil das Gewächshausklima nahezu konstant gehalten werden kann. Auch die Überwinterung an einem hellen Ort bei Zimmertemperatur ist möglich. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht austrocknen, deshalb muss die Pflanze auch im Winterquartier gegossen werden.

Von der Anzucht bis zu Lagerung

Neben den im Fachhandel erhältlichen Steviapflanzen und -setzlingen können auch Stecklinge, Absenker oder aus Samen gezogene Steviapflänzchen im Garten kultiviert werden. Während die gekauften Pflanzen an Ort und Stelle eingepflanzt werden, ist die Anzucht aus Samen etwas schwieriger. Die Keimrate ist nur sehr gering, die Keimfähigkeit ist auf wenige Wochen nach der Reife beschräkt und die Keimtemperatur liegt bei 22 °C. Zudem ist die Stevia ein Lichtkeimer, das heißt die Samen dürfen nicht mit Erde bedeckt werden und ein heller warmer Standort, der gleichmäßig feucht gehalten werden kann, wäre optimal. Die Keimdauer beträgt ca. 10 Tage. In Ermangelung eines Minigewächshauses kann hier eine Pflanzschale mit einem übergestülpten Einweckglas gute Dienste leisten. Sind schon Steviapflanzen vorhanden, kann man gesunde Triebe einfach abschneiden und sofort in die Erde stecken, die Bewurzelung erfolgt meist problemlos. Auch Absenker sind eine gute Möglichkeit an neue Steviapflanzen zu kommen. Ist die Stevia kräftig genug, können die Triebspitzen, um einen buschigeren Wuchs zu fördern, gekürzt werden.

Geerntet werden die Blätter von September bis Oktober. Sie können frisch oder in getrocknetem Zustand in der Küche zum Einsatz kommen. Da die Stevia-Süße sehr temperaturstabil ist kann Stevia auch zum Backen und Kochen verwendet werden. Getrocknete Steviablätter können über viele Jahre aufbewahrt werden, ohne an Süßkraft zu verlieren.

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